Die 1970er Jahre waren im Grunde eine Zeit, in der die Dynamik der 1960er nachließ und Millionen von Träumern schonungslos in die Realität zurückgeholt wurden. Der Krieg blieb ein bestimmendes Thema: In Vietnam führten die USA einen brutalen Vernichtungskrieg der am 30.April 1975 mit der Flucht der letzten amerikanischen Soldaten aus Saigon endete. In Griechenland, Argentinien und Chile gab es Regimewechsel, und in Spanien endete Francos faschistische Herrschaft. Während der Olympiade in München töteten arabische Terroristen am 5.September zwei israelische Sportler und nahmen neun weitere Israelis als Geiseln. Der Rücktritt W. Ulbrichts als 1. Sekretär der SED der DDR geschah am 3.Mai 1971-Nachfolger: Honecker. Ein Hauch von Woodstock wehte vom 28.Juli 1973-10.August durch Ostberlin. Dort fanden die 10. Weltfestspiele statt. 25 600 Besucher aus 140 Ländern zählte das Ereignis. Am 6.Mai 1974 erfolgte der Rücktritt Willy Brandts als Bundeskanzler wegen der Guillaume-Affäre. Guillaume, engster Vertrauter Brandts, war Mitarbeiter der Stasi. Brandts Nachfolger war Helmut Schmidt. Terroristen wie Baader und Meinhof wurden berühmt und fanden ihre Sympathisanten. Die Russen marschierten 1979 in Afghanistan ein.

Während ab 1960 die Jugend das Establishment aufmischte, war ab 1970, zumindest musikalisch gesehen, tote Hose. Jimi Hendrix und Janis Joplin wurden 1970 Opfer ihres jahrelangen Drogenkonsums. Die Beatles lösten sich nach langen Querelen 1970 auf. 1971 starb Jim Morrison, Frontmann der Doors. In der DDR wird im September 1975 die Klaus-Renft-Combo verboten. Ihre systemkritischen Texte erschütterten die Privilegien der DDR-Bürokraten. Aus dem gleichen Grund wird 1976 der Liedermacher, Wolf Biermann, ausgebürgert. 1971 gilt als das Geburtsjahr des Glam-Rock. Vertreter des Glamrocks waren The Sweet, Slade, Gary Glitter oder T.-Rex. Glam Rock hatte großen Einfluss auf den Rock der frühen 1970er Jahre sowohl in der musikalischen Rückbesinnung auf die Wildheit und Dynamik des frühen Rock ’n’ Roll als auch in der Betonung der Wichtigkeit jedes Individuums und die Fähigkeit eines jeden, ein Star zu sein. Spätestens 1976 lief die Glam-Rock-Zeit aus. Nach 1976 kehrte in der Musikszene lähmende Stille ein. Gruppen wie die Bay City Rollers, Pussycat und Luv mutete man uns zu-wer sie nicht kennt, hat nichts verpasst. Einzig ABBA war produktiv und massentauglich.


Das Woodstock Festival war
ein Musikfestival, das als musikalischer
Höhepunkt der US-amerikanischen Hippie-
bewegung gilt. Es fand offiziell vom 15. bis 17.
August 1969 statt, endete aber erst am Morgen des
18. August. Der Veranstaltungsort war eine Farm in Bethel im US-amerikanischen Bundesstaat New York. Die von San Francisco ausgehende Hippiebewegung stellte die ihrer Meinung nach sinnentleerten Wohlstandsideale der Mittelschicht in Frage und propagierte eine von Zwängen und bürgerlichen Tabus befreite Lebensvorstellung.


Woodstock


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Der Beat-Club war die erste
Musiksendung mit englischsprachigen
Interpreten im deutschen Fernsehen. Sie war
speziell für Jugendliche konzipiert worden, wurde
von Radio Bremen produziert und von 1965 bis 1972
ausgestrahlt. Am 25. September 1965 wurde die erste Sendung live ausgestrahlt. Von erwartungsgemäßer Kritik seitens Erwachsener abgesehen, traf schon die erste Folge bei den jugendlichen Zuschauern auf breite Zustimmung, und so erreichte die Sendung unter Jugendlichen in ganz Deutschland (also, wo „Westfernsehen“ zu empfangen war, auch in der DDR) schnell Kultstatus. Am 9. Dezember 1972 wurde die Sendung nach 84 Folgen eingestellt. Als Nachfolgesendung produzierte Radio Bremen den Musikladen, moderiert wiederum von Uschi Nerke mit Manfred Sexauer an ihrer Seite.